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Website-Texte, die Kunden überzeugen: Eine Anleitung

4 Minuten Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Schreiben Sie für den Kunden am Handy mit einem konkreten Problem, nicht für Kollegen oder Google.
  • Der erste Satz nennt Gewerk, Zielgruppe und Ort; danach folgt die Handlung.
  • Jede Leistungsseite erklärt Nutzen, Ablauf und Preisentstehung in Kundensprache.
  • Superlative und Floskeln streichen; unbelegte Behauptungen können nach § 5 UWG abgemahnt werden.
  • KI hilft beim Entwurf, die Fakten und das Gegenlesen bleiben bei Ihnen.

Wer liest und in welcher Lage

Bevor Sie ein Wort schreiben, stellen Sie sich den Leser vor: eine Hausbesitzerin am Handy, deren Heizung seit dem Morgen kalt ist. Sie liest nicht, sie überfliegt. Sie sucht drei Antworten: Macht der Betrieb das, arbeitet er hier, wie erreiche ich ihn.

Aus dieser Lage folgt alles Weitere. Texte für Handwerksbetriebe müssen kurz sein, konkret und in der Sprache der Kunden geschrieben, nicht in der Sprache der Innung. Der Kunde sagt „Heizung kaputt“, nicht „Störung an der Wärmeerzeugungsanlage“.

Sie schreiben also nicht für Kollegen, nicht für Google und nicht für sich selbst. Sie schreiben für jemanden, der ein Problem hat und in Sekunden entscheidet, ob Sie die Lösung sind. Jeder Satz, der diese Entscheidung nicht unterstützt, kann weg.

Die Startseite: Der erste Satz entscheidet

Der erste Satz auf der Startseite nennt Gewerk, Zielgruppe und Ort. Eine Tischlerei schreibt: „Möbel, Türen und Einbauten nach Maß für Hannover und die Region.“ Das ist nicht kreativ, aber es beantwortet die erste Frage sofort. Der Ort gehört in den ersten Satz, weil Kunden regional suchen und Google den Bezug sofort erkennt.

Darunter folgt in zwei oder drei Sätzen, was Sie besonders macht, sofern es wahr ist: Meisterbetrieb in dritter Generation, feste Ansprechpartner, Termine innerhalb einer Woche. Vermeiden Sie Behauptungen, die jeder Wettbewerber auch aufstellt, wie „Qualität und Zuverlässigkeit“. Die glaubt niemand, weil sie nichts kosten.

Dann kommt die Handlung: anrufen, Anfrage senden, Leistungen ansehen. Ein Knopf mit klarem Text wie „Rückruf anfordern“ ist besser als drei Knöpfe, die dasselbe meinen. Wiederholen Sie diesen Knopf am Ende jeder Seite, damit niemand nach oben scrollen muss.

Leistungsseiten: Nutzen statt Fachbegriffe

Jede Leistung bekommt eine eigene Seite, und jede Seite folgt demselben Aufbau: Was bekommt der Kunde, wie läuft es ab, wie entsteht der Preis, was muss er vorbereiten. Ein Sanitärbetrieb erklärt beim Badumbau, dass zuerst ein Termin vor Ort stattfindet, dann ein Angebot mit Zeichnung kommt und die Arbeiten in der Regel zwei bis drei Wochen dauern, sofern das stimmt. So weiß der Kunde vor dem Anruf, was auf ihn zukommt, und Sie sparen sich die Grundfragen am Telefon.

Fachbegriffe sind erlaubt, wenn Sie sie erklären. „Hydraulischer Abgleich: Wir stellen jeden Heizkörper so ein, dass überall gleich viel warmes Wasser ankommt. Das spart Energie und beseitigt Rauschen.“ So versteht der Kunde, was er kauft, und Sie zeigen Kompetenz ohne Angeberei.

Eigene Fotos gehören auf jede Leistungsseite: vorher, nachher, Team bei der Arbeit. Beschreiben Sie die Bilder kurz im Text, denn Suchmaschinen und Vorleseprogramme können Fotos nicht sehen. Ein kurzer Bildtext wie „Neues Bad in Langenhagen, Dauer drei Wochen“ hilft beiden.

Über uns: Menschen statt Floskeln

Die Über-uns-Seite wird häufiger gelesen, als die meisten Betriebe glauben. Kunden wollen wissen, wer zu ihnen nach Hause kommt. Zeigen Sie Namen, Gesichter und Aufgaben: wer am Telefon ist, wer die Baustelle leitet, wer den Meistertitel trägt. Ein Foto vom echten Team vor dem Firmenwagen wirkt mehr als jedes Symbolbild.

Erzählen Sie kurz, wie der Betrieb entstanden ist und wofür Sie stehen, in normalen Sätzen. „Seit 1998 in Laatzen, seit 2015 mit eigener Werkstatt, heute sieben Leute“ sagt mehr als „Tradition trifft Innovation“. Was Sie nicht anbieten, dürfen Sie ebenfalls schreiben; das spart beiden Seiten Anfragen.

Verzichten Sie auf Superlative. „Der beste Dachdecker der Region“ ist nicht nur unglaubwürdig, sondern kann als irreführende Werbung nach § 5 UWG abgemahnt werden, wenn Sie es nicht belegen können. Echte Belege wie Auszeichnungen oder Bewertungen dürfen Sie dagegen ruhig nennen.

Handwerksregeln für den Text

Gute Website-Texte folgen ein paar einfachen Regeln. Sie lassen sich beim Überarbeiten der Reihe nach abhaken:

  • Kurze Sätze, ein Gedanke je Satz, aktive Verben: „Wir montieren“ statt „Die Montage wird durchgeführt“.
  • Sie-Anrede durchgehend; der Kunde wird direkt angesprochen.
  • Überschriften, die den Inhalt verraten, damit Überflieger den Weg finden.
  • Konkrete Angaben nur, wenn sie stimmen: Zahlen, Fristen, Garantien.
  • Floskeln streichen: „kompetent“, „zuverlässig“, „ganzheitlich“, „rund um“.
  • Jede Seite endet mit dem nächsten Schritt: anrufen, anfragen, Termin vereinbaren.

KI als Schreibhilfe und ihre Grenzen

Lesen Sie jeden Text zum Schluss laut vor. Wo Sie stolpern, stolpert auch der Kunde. Und lassen Sie ihn von jemandem lesen, der nicht vom Fach ist; wo diese Person nachfragt, fehlt eine Erklärung. Dieser Test kostet nichts und findet mehr Fehler als jede Software.

KI-Werkzeuge helfen beim Entwurf, besonders gegen die Angst vor der leeren Seite. Geben Sie Fakten hinein, Leistungen, Ort, Ablauf, und lassen Sie sich drei Varianten vorschlagen. Veröffentlichen Sie aber nichts, was Sie nicht selbst gegengelesen haben, denn die Werkzeuge erfinden Details, die auf Ihrer Website zur falschen Zusage werden.

Die Fakten bleiben in jedem Fall Ihre Aufgabe, auch wenn Sie die Website bauen lassen, etwa von DeppFlow: Leistungen, Einzugsgebiet, Ansprechpartner, Ablauf. Niemand kennt Ihren Betrieb so gut wie Sie. Eine Stunde mit Zettel und Stift, auf dem Sie die zehn häufigsten Kundenfragen und Ihre Antworten notieren, ist der beste Anfang für jede Website.

Quellen

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